Festzugfolge

... ein farbenprächtiger Festumzug ...

Beim "Schwäbischwerder Kindertag zu Donauwörth" findet nach dem Großen Historienspiel der farbenprächtige Festumzug am Sonntag ein weiterer, glanzvoller Höhepunkt statt.

Ab 11:30 Uhr zieht in 15 "Bildern" die Stadt- und Reichsgeschichte, dargestellt von rund 1000 Mitwiirkenden, an Ihnen vorbei. Über 800 Kinder in historischen Gewändern, Kutschen, Pferde, Fahnenschwinger und Gaukler werden von den Spielmannszügen und Musikvereinen begelitet.

Bild 1 "Fahnen und Ruethenfestkinder"

Die Fahnen der ehemaligen schwäbischen freien Reichsstädte, getragen von Fahnenträgern in historischer Uniform und angeführt von einem berittenen Herold, eröffnen den Festzug und grüßen Donauwörth.

 

Die Ruethenfestkinder erinnern an den Ursprung dieses historischen Donauwörther Kinderfestes aus dem 17. Jahrhundert.

Bild 2 "erste Siedler" und Bild 3 "Mangold"

Gründung und Frühzeit der Stadt Donauwörth

 

  • Fischer als erste Siedler
  • Die Burg zu Werd
  • Ritter Mangold I., der Gründer des Klosters Heilig Kreuz
  • Papst Leo IX.
  • Nonnen und Mönche

 

Um 500 n. Chr. siedelten Fischer auf der Flussinsel Ried nahe der Mündung der Wörnitz in die Donau. Diese Ansiedlung wurde ursprünglich ,,Werd’’ genannt und lag an der großen Handelsstraße von Norwegen nach Italien. Diese Lage machte etwa um die Mitte des 10. Jahrhunderts den Bau einer Brücke über die Donau nötig.

 

Diesen wichtigen Übergang sicherte eine Burg auf dem nahegelegenen Mangoldfelsen. Einer ihrer Herren, Mangold I., brachte von einer im Auftrag des Kaisers unternommenen Gesandtschaftsreise nach Konstantinopel einen Partikel des Heiligen Kreuzes nach Hause mit. Er ließ zu Ehren dieser Reliquie ein Heilig Kreuz Kloster erbauen, das von Papst Leo IX. im Jahre 1049 eingeweiht wurde.

Bild 4 "Die Staufer"

Die Stauferkaiser in Schwäbischwerd

 

  • Die Reichsmünzstätte
  • Kaiser Friedrich I., genannt Barbarossa
  • Kaiser Friedrich II.
  • Der Deutsche Ritterorden

 

Donauwörth ist eine Stauferstadt. Das wohl bedeutendste, mittelalterliche Herrschergeschlecht nannte die Stadt ,,Schwäbischwerd’’ und fühlte sich mit dieser zutiefst verbunden. Die stauferischen Kaiser besuchten, förderten und liebten sie:

 

Friedrich Barbarossa ließ Münzen schlagen (das durfte nur eine Stadt!) und besuchte immer wieder, teils auch für längere Zeit, Schwäbischwerd, was für die Stadt der spätere Aufstieg zur Reichshauptstadt bedeutete. 1187 war der Kaiser der prominenteste Besucher der Weihe der ersten Stadtpfarrkirche. Und noch 1189, vor seinem Kreuzzug, kniete er vor dem Kreuzpartikel der Klosterkirche nieder.

 

Aus der Regierungszeit seines Sohnes, Heinrich VI., stammt die erste Urkunde von der Stadt Werd. Auch er, der Erbe des Normannenreiches, war in der Stadt und unterhielt eine Reichsmünzstätte. Im Jahr 1194 wird erstmals vom ,,Werder Geld’’ gesprochen.

 

Einen glänzenden Aufstieg erlebte unsere Heimatstadt unter seinem Sohn Friedrich II. Obwohl er in Palermo, der fernen Hauptstadt Siziliens, residierte, vergaß er sein Werd nicht. Er führte nicht nur die Münzstätte weiter, er begründete auch eine ,,königliche Messe’’ für den fernen und nahen Handel. Ebenso ordnete der Kaiser an, dass die Bürger von Werd statt der bisherigen hölzernen Befestigung eine Stadtmauer aus Stein errichten sollten. Das galt als urbanes Zeichen schlechthin. Auch sei nur am Rande erwähnt, dass er 1237 hier Hof hielt, er eine Niederlassung des Deutschen Ordens errichtete, bei der Kapelle an der Donaubrücke den Vorläufer des heutigen Spitals gründete und Konrad von Werd sein Kämmerer wurde. Wichtig bleibt, dass die Staufer die rechtlichen Grundlagen für die spätere Reichsstadt geschaffen haben.

Bild 5 "Maria von Brabant

Die Bayerische Herzogstadt Schwäbischwerd

 

  • Trommlerzug
  • Das Herzogspaar Ludwig der Strenge und Maria von Brabant
  • Junker und Edelfräulein
  • Burgfräulein und Pagen
  • Sänger, Gaukler und Spielleut'

 

In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gehörte Schwäbischwerd zur Herrschaft der bayerischen Wittelsbacher. Das Herzogspaar Ludwig der Strenge und Maria von Brabant weilten auf ihrer Burg zu Werd. 1256 ließ der Herzog seine Gemahlin auf falsche Anschuldigungen hin, hier aus Eifersucht enthaupten.

Bild 6 "Empfang Kaiser Maximilian I., Fischertanz" und Bild 7 "Geburt des Enkels, Reigen"

Freie Reichsstadt Schwäbischwerd

 

  • Stadtknechte mit Hellebarden
  • Bürgerinnen und Bürger um 1500
  • Kutsche mit Kaiser Maximilian I. und seiner Gemahlin Bianca
  • Hofdamen und Gefolge
  • Zunft der Fischer
  • Verschiedene weitere Zünfte (Metzger, Bäcker, Schneider, Zimmerleute, Schmiede)
  • Das historische Tanzhaus
  • Stadtmusikanten
  • Schützengilde von 1403
  • Bürgermeister, Ratsherrn, Patrizier mit Frauen

 

Die Reichsfreiheit von 1301 brachte der aufblühenden Stadt (seit 1193) viele Vorrechte und stärkte ihre politische und wirtschaftliche Bedeutung wesentlich. Ihre Glanzzeit erlebte sie unter Kaiser Maximilian I., der ,,seine Stadt’’ mehrmals besuchte, mit den Bürgern feierte und sich am liebsten im Kloster Heilig Kreuz aufhielt.

 

Hier erhielt Maximilian I. auch die Nachricht von der Geburt seines Enkels, des Thronfolgers Karl V. Dies war der Anlass zu einem der größten Feste in der Stadtgeschichte im Tanzhaus.

 

Die Bürgerschaft der Stadt repräsentierte sich vor allem in Zünften: Im 17. und 18. Jahrhundert gab es bis zu 18 davon. Jeder Bürger musste einer Zunft angehören und in ihr seinen Beitrag zum Gemeinwohl leisten.

Bild 8 "Kaiser Karl V." und Bild 9 "Reichsacht"

In Donauwörth zerbricht die Einheit des Glaubens

 

  • Kaiser Karl V. mit dem Herold des Reiches
  • Gelehrten und Wachsoldaten
  • Anton Fugger mit Gefolge
  • Geistliche Herren

 

Kaiser Karl V., der das größte Reich der Geschichte regierte, kam immer wieder in die Stadt und ließ sich huldigen. Als Dank für die Unterstützung bei dem auf dem Augsburger Reichstag ausgebrochenen Streit der Konfessionen und als Zeichen seines besonderen Schutzes verlieh er ihr 1530 den Habsburger Doppeladler als Wappen.


Anton Fugger, sein Berater und Geldgeber, baute sich in Schwäbischwerd ein Schloss als Abgrenzung der Reichsstraße (heute Landratsamt). Auch der Herrschaftssitz in Oberndorf zeugt von seinem Einfluss und Reichtum.


Bald stand auch in Donauwörth die evangelisch gewordene Stadt dem katholischen Klosterbezirk um Heilig Kreuz feindlich gegenüber. Nach schweren Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten in der Stadt, verfiel sie 1607 der Reichsacht und 1609 verpfändete man sie an den bayerischen Herzog. Sie erhielt - gleichsam als Strafe - den heutigen Namen Donauwörth und die Bezeichnung ,,Schwäbischwerd’’ durfte nicht mehr verwendet werden.

Bild 10 "Gustav Adolf"

Der Dreißigjährige Krieg

 

  • König Gustav Adolf mit schwedischen Soldaten
  • Schwedenkanone
  • Marketenderinnen
  • Eselgespann
  • Kleiner Rat (12 Ratsherren mit Bürgermeister)

 

Das berüchtigte Kreuz- und Fahnengefecht am Markustag 1606 brachte Donauwörth bekanntlich die Reichsacht. Im ganzen Land entwickelte sich zwischen den beiden Konfessionen eine bewaffnete Auseinandersetzung: Der Krieg begann, dauerte 30 Jahre lang und brachte Schrecken, Armut, Not und Tod.


Dass die verkehrsgünstige Lage Donauwörths am Donauübergang und an der wichtigen Handelsstraße über Nürnberg nach Augsburg sie zum oft umkämpften Brückentopf in der Geschichte gemacht hatte, ist bekannt. Das Schicksal als ,,Schlüssel zum Reiche zu Wasser und zu Land’’, wie ein mittelalterlicher Chronist die Stadt einmal nannte, spürte Donauwörth naturgemäß auch ganz besonders während der Besatzung durch den Schwedenkönig Gustav Adolf. 1632 wurde die Stadt von ihm gestürmt und anschließend zu seiner Residenz. Wieder einmal baten die Bürger um Schonung und gelobten Treue.

Bild 11 "Die Gebrüder Röls"

Die Gebrüder Röls prägen Donauwörth

 

  • Stadtpfarrer Kasimir
  • Ministranten und Diakone
  • Bürgermeister Georg und Rat
  • Abt Rogerius und Zisterzienser
  • Abt Amandus und Benediktiner
  • Kutsche mit Kaiser Karl VI.
  • Gefolge

 

Ein halbes Jahrhundert Stadtgeschichte prägen die aus Schwandorf in der Oberpfalz stammenden ,,Rölsbuben’’, Söhne eines Hufschmieds. Der älteste der vier, Johann Kasimir, wurde 1674 Stadtpfarrer der Liebfrauenkirche in Donauwörth, dann 1684 Domherr in Augsburg und 1707 sogar Weihbischof.

 

Sein Bruder Johann Georg ließ sich bereits wenige Jahre später in der Stadt nieder, erhielt das Bürgerrecht, wurde Stadtrat und um 1700 einer der drei amtierenden Bürgermeister.

 

Johann Philipp Röls trat als Pater Rogerius 1679 in das Zisterzienserkloster Kaisheim ein, wurde dort 1698 zum Abt gewählt und erlangte damit den Rang eines Reichsprälaten.

 

Der jüngste Bruder, Johann Leonhard, schloss sich 1680 den Benediktinern von Heilig Kreuz an, erhielt den Namen Amandus und stand seit 1691 dem Kloster als Abt vor. Er erbaute Kloster und Kirche im barocken Stil völlig neu und führte das Kloster zu einer neuen Blüte.


Sowohl Bürgermeister Johann Georg Röls, als auch sein geistlicher Bruder Abt Amandus Röls erwiesen dem deutschen Kaiser Karl VI. während seines Aufenthalts in Donauwörth im Jahre 1711 die gebührende Ehre. Er war nämlich der erste deutsche Kaiser, der Donauwörth nach der Schlacht am Schellenberg anno 1704 besuchte.

Bild 12 "Kaiserin Maria Theresia"

Von den Habsburgern zu Napoleon

 

  • Das Prunkschiff
  • Kaiserin Maria Theresia und Franz von Lothringen
  • Hofstaat
  • Kutsche mit Wolfgang Amadeus Mozart
  • und Johann Wolfgang v. Goethe

 

Die Stadt im Fadenkreuz zwischen Straße und Fluss war nicht unterzukriegen: Resignation verwandelte sich in Aufbruch, Not in Glück. Aber immer wieder auch umgekehrt: Fleiß in Armut und Begeisterung in Müdigkeit.

 

Fröhliche Tage sah Donauwörth etwa 1745, als das Kaiserpaar Maria Theresia und Franz von Lothringen auf der Rückreise von der Krönung in Frankfurt mit 23 Schiffen nach Wien fuhr.

 

Und zwei Jahre später, am 26. Oktober 1777, macht W. A. Mozart auf seiner Parisreise Halt in der Posthalterei Traube zu Donauwörth, ehe er nach dem Mittagessen in Begleitung seiner Mutter mit der Postkutsche weiterfuhr.

 

Johann Wolfgang von Goethe machte auf der Heimreise von Rom 1788 und bei seiner Reise nach Venedig 1790 Halt in Donauwörth.

Bild 13 "Napoleon"

Napoleon in Donauwörth

 

  • Napoleon
  • kaiserliche Dragoner
  • Josephine und Damen aus der Empirezeit

 

 

Die napoleonischen Kriege brachten aufgrund ihrer strategisch wichtigen Lage erneut Schrecken und Wirren über die Stadt. Napoleon selbst nahm 1805 und 1809 Quartier im säkularisierten Kloster Heilig Kreuz.

Bild 14 "Biedermeierzeit" und Bild 15 "Donauwörther Tracht"

Donauwörth, eine Landstadt des 19. Jahrhunderts

 

  • Bürgerinnen und Bürger der Biedermeierzeit
  • Berger- oder Kapuzinertor (1832 abgebrochen)
  • Nacht- und Torwächter
  • Donauwörther Tracht um 1850
  • Färbertörl mit Stadtwachen

 

Als bayerische Garnisonsstadt erlebte Donauwörth im 19. Jahrhundert friedlichere Zeiten. Donauwörth wurde zu einem Mittelpunkt für Bildung, Handel und Verkehr. Biedermeierpärchen schlenderten durch die Straßen und Gassen der Stadt. Neben der Mode der Zeit, erfreute sich damals auch die einheimische Tracht großer Beliebtheit.